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kapitaler Motorschaden? Nockenwelle eingelaufen (BMW-E24-Forum)

honyama @, Sonntag, 07. März 2021, 10:15 (vor 71 Tagen) @ e24Tom

Liebe Leute,

Ich würde mich an dieser Stelle gerne einmal als "neutraler" Beobachter einbringen.

Ich selbst zähle mit meinen jungen Jahren (inzwischen 30) wohl eher zu den jüngeren, auch wenn ich bereits über 6 Jahre im Forum aktiv bin und mir hier viel Wissen angeeignet habe. Zugleich bin ich ein manchmal murxender Hobbyschrauber und andererseits studierter Fahrzeugtechnik-Ing., der demnächst zum Gewerbelehrer für Kfz Technik befähigt ist. Und zumindest aus der Theorie vieles "genauer" wissen sollte. Theorie ist, wenn es funktionieren müsste, aber nichts geht. Praxis ist, wenn doch, aber keiner weiß warum";-)

Meine Beobachtung zu der 70/80s BMW Grossserien-Technik: Das Zeugs ist alt und einerseits die vergangene Pflege, Laufleistung und Einsatzgebiete nur bedingt bekannt. Da verreckt was, ohne dass man pauschal und eindeutig die Ursache feststellen kann.

Typische Schwachstellen an der Technik wie bspw. Tonnenlager, Haltelasche Servolenkung, einlaufende Nockenwellen, brechende Kipphebel, harte Ventilschaftdichtungen oder klemmende Öldruckregelventile sind nach kurzer Forensuche oder auch durch die Kaufberatungen bereits gut beschrieben. So wie heute manche VW Motoren mit Problemen an der Steuerkette.

1. Beobachtung im Vgl. zu modernen Motoren: Die Sicherheiten früher sind viel höher. Dh. Ich bin selbst mit meinen m20/m30 Motoren längere Strecken mit einem Kopfschaden oder viel zu wenig Kühlwasser gefahren, ohne, dass sofort etwas kaputt ging. Aber Achtung: Pauschale Aussagen sind pauschal falsch.

Das liegt daran, dass die Literleistungen und Komplexität der Technik ein Witz sind. 3.5l Hubraum, 6 Zylinder und 218 PS? Das macht heut jeder 1.6l 3 Zylinder. Das kann man als Erkläransatz heranziehen, doch im Gegensatz auch gleichermaßen die Aussage, dass vieles Alters oder Laufleistungsbedingt verrecken kann. Zeitpunkt offen. Glück gehabt oder eben nicht.

So habe ich bei vielen Autos genau nach dieser Anleitung nur neue Nockenwellen, Kipphebel rein und die Dinger laufen seit Jahren, ohne, dass anschließend ein Pleuellager o.ä. fritte waren. Aber Achtung- wieder Einzelfälle, woraus man pauschal keine Aussagen ableiten darf.

Ich persönlich finde es toll, dass hier konstruktive Kritik geübt wird und die Vor- und Nachteile einer Vorgehensweise/Lösungsansätze diskutiert werden. Es erweitert den Horizont ungemein und erleichtert manchmal die Entscheidung.

Habe selbst ein Beispiel: Mein 1. 6er steht sehr gut da und ist trotz 280.000 km technisch fit. Da geht zum Glück alles. Dann lief mir der 2. zu.... ein 350.000 km 1. Hand 6er mit Rost und ordentlich Bastelei von selbsternannten Profis. Genau bei dem ist aktuell der EFH rechts defekt. Ob ich das Loch bohren werde? Ziemlich sicher (Danke für den Tipp). Bei meinem anderen? Hm.. wohl eher nicht.

Jeder Forennutzer sollte selbst am Ende sein Gehirn einschalten und abwägen, wie er es gerne instandgesetzt oder umgebaut hätte. Ins Internet blind Vorgehensweisen übernehmen ist wie ein Sprung vom 10 Meter Brett ohne zu wissen, ob Wasser im Teich ist.

Daher- Danke für die von der Norm abweichenden Tipps, aber auch die klare Kritiken, die auf die Gefahren und den Murx hinlweisen.

Grüße hony

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